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Mobile-friendly neuer Google Rankingfaktor - muss ich jetzt handeln?

11.03.2015 in DeutschOnline-Marketing  von Katrin Mathis

Schon seit einiger Zeit zeichnet Google mobil-optimierte Websites speziell aus. Ende Februar hat Google bekannt gegeben, dass "Mobile-Friendliness" bereits ab 21. April 2015 als neuer Rankingfaktor auch die Reihenfolge der Suchergebnisse beeinflussen wird. Das erhöht den Druck, die eigene Website für mobile Geräte zu optimieren. Viele sind unsicher, mit welchen Auswirkungen auf das eigene Ranking zu rechnen ist. Dieser Beitrag hilft Ihnen zu entscheiden, ob akut Handlungsbedarf besteht oder ob Sie der Änderung entspannt entgegenschauen können.

Was ändert sich ab 21. April?

Ab 21. April wird die Optimierung für Mobilgeräte ein Ranking-Faktor (zunächst) ausschließlich für die mobile Suche in allen Sprachen weltweit. Für Mobilgeräte optimierte Websites werden durch ein besseres Ranking belohnt. Handlungsbedarf besteht also vor allem dann, wenn besser optimierte Websites von Mitbewerbern die eigene Website im Ranking überholen könnten.

 

Darüber mit welcher Gewichtung dieser Faktor in das Ranking einfliesst, kann bisher nur spekuliert werden. Experten rechnen damit, dass der Effekt zumindest am Anfang eher gering wird. Ein etwas niedrigeres Ranking muss nicht unbedingt Traffic-Einbußen nach sich ziehen. Gerade auf Mobiltelefonen passen aber nur wenige Suchergebnisse auf eine Bildschirmseite, so dass den höheren Positionen tendenziell mehr Aufmerksamkeit zuteil wird. Mit Spannung bleibt zu erwarten, welche Verschiebungen sich ab 21. April tatsächlich zeigen.

Wie stark ist meine Website betroffen?

Zunächst ist es entscheidend zu verstehen, welchen Teil Ihrer Besucher die Änderung betrifft. Mit Google Analytics finden Sie das leicht heraus: Für Zugriffe über Mobiltelefone & Tablets steht ein erweitertes Segment zur Verfügung. Aktivieren Sie dieses am oberen Rand des Berichts Akquisition - Übersicht. Wählen Sie im Kalender am besten einen längeren Zeitraum wie z.B. das letzte Quartal und stellen Sie die primäre Dimension um auf Top-Quellen/-Medien. Den Anteil der organischen Google-Suche an den Zugriffen über Mobilgeräte verrät Ihnen das Kreisdiagramm.

Auswertung der mobilen Suche in Google Analytics

Alternativ können Sie auch ein eigenes Segment zusammenstellen (oder hier herunterladen), das nur Zugriffe über Mobiltelefone & Tablets und nur die organische Google-Suche berücksichtigt.

 

In diesem Fall kamen in dem gewählten Zeitraum 5,7% der Gesamtbesucher über die organische Suche auf Mobilgeräten. Das ist der Anteil der Besucher, der ab 21. April sinken könnte, wäre meine Website nicht für Mobilgeräte optimiert. Wer bereits Conversion- oder E-Commerce Tracking nutzt, kann den Wert dieser Besucher konkret beziffern. Können Sie es sich leisten, 10% dieser Besucher einzubüßen? Wie wäre es bei 20% oder 50% Einbußen? Je größer der Anteil der Besucher über die mobile Suche und je höher deren Wert, desto eher besteht Handlungsbedarf.

Wie gut ist meine Website bereits für Mobilgeräte optimiert?

Google stellt ein Tool bereit, mit dem Sie prüfen können, ob Ihre Website die Anforderungen erfüllt. Diesen Test bestehen Sie? Glückwunsch, Sie dürfen damit rechnen, ab 21. April an höheren Positionen in der mobilen Google Suche gefunden zu werden und damit eher mehr Traffic zu generieren.

Test auf Optimierung für Mobilgeräte von Google
Tipps zur Optimierung für Mobilgeräte von Google

Ist dies nicht der Fall, erhalten Sie konkrete Hinweise, welche Punkte Google bemängelt. Ein Leitfaden gibt Tipps zur Optimierung und geht konkret darauf ein, wie sich diese Tipps in einigen beliebten Systemen, wie z.B. WordPress, Joomla oder Magento umsetzen lassen.

 

Tipp: Prüfen Sie mit dem Tool nicht nur Ihre eigene Website, sondern auch die Ihrer Mitbewerber. Sind die Websites Ihrer Mitbewerber bereits für Mobilgeräte optimiert und Ihre eigene Website nicht, besteht die Gefahr, dass Mitbewerber Sie ab 21. April in der mobilen Suche überholen.

Effekte abschätzen und Optimierung sorgfältig planen

An einer Responsive Website, die sich flexibel an die Vielzahl der verfügbaren Endgeräte anpasst, führt in 2015 kein Weg mehr vorbei. Kunden erwarten eine konsistente User Experience auf allen relevanten Geräten. Diejenigen, die ihre Website bereits für Smartphones und Tablets optimiert haben, werden nun durch ein besseres Ranking in der mobilen Suche dafür belohnt.

 

Alle anderen sollten zunächst prüfen, welcher Anteil des Traffics betroffen ist, wo Defizite liegen und ob es Mitbewerber gibt, die bereits besser aufgestellt sind. Mit Google Analytics Daten und den geschätzten Kosten für eine Optimierung lässt sich gegenrechnen, ob und wann sich die Investition auszahlt. Vor allem für Unternehmen mit starker lokaler Präsenz wird es wichtig sein, in der mobilen Suche gut positioniert zu sein. Dann können diese Zahlen eine wertvolle Argumentationshilfe für eine Optimierung sein. Auch wenn sich die Effekte zunächst eher gering auswirken, sollten Sie sich bewusst sein, dass die Relevanz dieses Faktors weiter steigen dürfte.

 

Reichen kleinere Anpassungen nicht aus, sollten Sie die Optimierung für Mobilgeräte unbedingt sorgfältig planen. Es gilt, den unterschiedlichen Nutzungskontext von Mobilgeräten im Vergleich zu stationären Computern zu berücksichtigen. Nur so schaffen Sie mit einer optimierten Website tatsächlich mehr Wert. 

 


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Katrin Mathis, UX Konzepterin und Service Designerin aus Freiburg

Katrin Mathis
MBA in Service Innovation & Design und BSc in OnlineMedien berät seit über 10 Jahren Unternehmen, die digitale Transformation zum Nutzen ihrer Kunden einzusetzen.

 

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